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letzte Aktualisierung dieser Seite: 05.09.2003 Copyright: Henning Dierkes 72.29.82.190 |
Wir wissen wie die Hase läuft!Das hatten wir uns zumindest so gedacht. Aber dieser Artikel könnte genauso gut heißen: Schwierige Beziehungskisten. Denn dies war der nächste Versuch meinerseits, endlich eine richtige Hochwasserfahrt zu erleben. Diesmal musste Carsten aber arbeiten, so dass ich Hansel überreden musste. Der wollte eigentlich im Wald ein Kettensägen-Massaker anrichten. Wir einigten uns darauf, morgens in den Wald zu gehen und nach dem Mittagsessen die Hase zu fahren, die ja schließlich direkt vor der Tür liegt und die ganz ordentliches Hochwasser hatte.Better prepared than a steaming Chrismas-Turkey hatte ich alles dabei, was das Herz begehrt, Dachgepäckträger, Neo, Helm, Paddel und so weiter, sogar ein eigenes Boot. Wir hatten ja wenige Tage vorher eine Eltingmühlenbach-Fahrt mitgemacht (siehe Bericht, der noch geschrieben werden muss, liegt ja auch erst vier Jahre zurück). Christa brachte uns freundlicherweise zur Einsatzstelle in Eversburg und holte uns knapp zwei Stunden später am Düker des Mittellandkanals wieder ab. Um es gleich zu sagen, das Nirvana war es immer noch nicht! Die Ufer waren noch nicht vollständig überspült, der Fluss befand sich noch im Bett. Aber es war trotzdem ein Erlebnis, was ich mir immer schon mal gewünscht hatte. Man konnte endlich mal die Landschaft sehen, man fuhr durch die Wiesen. Und beide Seiten des Ufers sind mir gut vertraut: Auf der linken Seite wohnen meine Eltern auf der rechten Seite wohnen Müllers und beide Gegenden kenne ich gut vom Spazierengehen oder vom Spielen als Kind. Aber jetzt konnte ich erstmals sehen, wie nahe beisammen das eigentlich alles liegt. Dieses schöne renovierte Haus in Pye oder Müllers Milchbauer sind beide nur einen Kilometer Luftlinie von der Bürener Kirche und meinem Elternhaus entfernt. Auf dem Landweg liegen dazwischen Welten: Fünf Kilometer Fahrt, Hase, Kanal und den Bahnübergang überqueren und gleichzeitig Landkreis und Bundesland wechseln! Dies Erlebnis ging die ganze Zeit weiter, lauter bekannte Landschaften zogen an uns vorüber. Aber auch Erinnerungen an frühere Hasefahrten wurden wach, nicht nur an die allererste vor 30 Jahren. Dort gab es mal ein Problem mit einer Brücke, die es seit ein paar Jahren aber schon nicht mehr gibt. Auch eine weitere Brücke fehlte (in der Nähe von Tante Anna), was gut war, denn sie wäre bei diesem Wasserstand zu niedrig gewesen. Trotzdem müssen wir mindestens drei andere Brücken umtragen, was jedoch leicht ist: Man fährt einfach mit Schwung aufs sehr flache Ufer, zieht zehn Meter über die Wiese und lässt sich auf der anderen Seite wieder hineinrutschen. Die Straßenbrücke Halen/Hollage sieht jedoch ganz nach Beziehungskisten-Höhe aus, zum Durchfahren zu niedrig, Umtragen aber nicht nötig. Wir lassen uns im Paket hintreiben. Doch dann wollen wir noch etwas Tempo rausnehmen, falls die Höhe doch nicht passt. Durch die Paddelschläge haben wir den Kontakt verloren, Hansel fasst meine Spitze erneut, doch sein Heck ist für mich unerreichbar. Da ich mich jetzt nicht rüberlehnen kann, halte ich mich an der Brücke fest. Hansel ist schon unter der Brücke und hält sich an meiner Bootsspitze fest, aber die Strömung reißt ihn weiter, er muss die Spitze loslassen, und hoffen, dass die Höhe trotzdem passt, das ganze mittlerweile quer zur Strömung. Haarscharf treibt er unter der Brücke durch, ebenso haarscharf an der Kenterung vorbei. Ich muss jetzt auch alleine durch, so weit es geht nach vorne gebeugt, aber wenigstens nicht quer zur Strömung. Die Schwimmweste scheuert an jedem der vier Betonträger, aber es klappt. Die nächste Brücke hat ungefähr die gleiche Höhe. Ich halte auf Hansel zu, um eine neue Beziehungskiste aufzubauen, aber im letzten Moment beschließt er, die Höhe reiche doch für eine Alleinfahrt. Er wurschtelt sich unter den einzelnen Metallträgern durch, wobei ihm dicke Roststücke aufs Boots und in die Haare fallen, so dass er mächtig flucht. Ich denke: "Vorbeugen ist besser als Rost-Befall" und lasse mich langsam wie vorhin durchtreiben, sogar ohne Berührung. Wir machen jetzt aber doch eine Manöverkritik und geloben Besserung fürs nächste Mal, was nicht lange auf sich warten läßt. Diesmal halten wir uns fest, egal, was passiert. Anders wäre es auch nicht gegangen, die Brücke ist mindestens fünf Zentimeter niedriger als die beiden vorhergehenden. Na also, klappt doch! Und kurz darauf gleich noch einmal. Aber trotzdem, selbst Techniken die man schon beherrscht, muss man wohl gelegentlich üben, wenn’s immer klappen soll! Als wir ankommen und die Boote aufladen wollen, regnet es, obwohl bis dahin Sonnenschein war; sobald wir im Auto sitzen, hört es wieder auf. Was soll das? Jedenfalls muss es noch mehr regnen, damit ich endlich meine richtige Hochwasserfahrt erlebe, wo man dann nicht mehr weiß, wie die Hase läuft. Dieser Bericht/diese Seite stammt von:
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